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networking in der Bibel Die Notwendigkeit zur Bildung von Netzwerken ist heute in aller Munde: im Studium, in der Wirtschaft, in der Politik. Netzwerke sind jedoch keine Erfindung unserer Tage. Schon der Evangelist Matthäus berichtet von einem Netzwerk, das im Establishment der damaligen Zeit helles Entsetzen hervorrief:
Er berichtet (Matthäus 9, 9-13):
Wirtschaftlich gesehen war das kein schlechter Job, den Matthäus da an Land gezogen hatte. Das online-Lexikon Wikipedia schreibt: "Der Beruf des Zollbeamten zählt zu den ältesten bekannten Berufen und ist schon aus der Bibel bekannt. Überall da, wo es ein geordnetes Gemeinwesen gibt, treten auch Zöllner in Erscheinung. Meist waren Zöllner bei den Bürgern unbeliebt, da sie auf Anordnung der jeweiligen Staatsmacht die Steuern oder andere Pflichtabgaben eintrieben." Einträglich war die Position durchaus, die Matthäus da inne hatte, moralisch gesehen jedoch war diese Funktion höchst problematisch: Matthäus arbeitete im Auftrag der verhassten römischen Besatzungsmacht und zudem war es üblich, den Grundgehalt eigenmächtig aufzubessern durch die eine oder andere selbst erfundene Gebühr oder indem man auf die fällige Steuer einfach eigenmächtig einen Zuschlag von ein paar Prozent auf die fälligen Pflichtabgaben draufschlug. Entsprechend hassten die anständigen Bürger die Zolleintreiber bis zum Anschlag und wer mit ihnen koalierte, der wurde ihnen gleichgestellt. Als die Pharisäer sahen, dass Jesus, der vermeintliche Messias, mit Matthäus und anderen Zolleintreibern sprach und aß und versuchte, neue Netzwerke zu bilden, fragten sie die Jünger Jesu: »Wie kann euer Lehrer sich mit den Zolleinnehmern und ähnlichem Volk an einen Tisch setzen?« Das war beileibe keine offene Frage, sondern ein Ausdruck blanken Entsetzens. Politische und religiöse Korrektheit sieht nunmal anders aus. Völlig anders, soviel war ihnen klar. Jesus hatte da ein anderes Verständnis. Nicht, dass er das Verhalten des Zolleintreibers Matthäus moralisch entschuldigt oder gar gebilligt hätte - aber der Mensch Mathhäus, der war ihm wichtig. Um ihn warb er, ihn rief er dazu auf, sein Jünger zu werden und sich ihm anzuschließen. Bei Matthäus stieß er auf offene Ohren - doch die Mehrkeit konnte und wollte Jesu Gesinnung und Verhalten weder verstehen noch tolerieren. Matthäus gab seine Position als Zolleintreiber auf, wurde ein Jünger Jesu und trug dazu bei, Jesu Verständnis von einer Liebe Gottes erfahrbar zu machen. Gottes Liebe, die gerade diejenigen Menschen sucht und findet, die Lichtjahre von ihr getrennt zu sein scheinen. - Die große Masse dagegen und wirklich Mächtigen und (Einfluß-) Reichen der damaligen Zeit erreichte diese Botschaft nicht. Nach nur wenigen Jahren der öffentlichen Wirksamkeit wurde Jesus hingerichtet. Haben sich unsere Herzen seit dieser Zeit wirklich grundlegend verändert? Welche Netzwerke bauen wir? Lothar Hinderer, ehg@ekhg.de Hast du eine Idee zu einem neuen aktuellen Thema? Mail uns!
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