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Die Verantwortung der Universität „Die Universität darf nicht zu einem Supermarkt des Wissens verkommen, in dem jeder mitnimmt, was er gerade brauchen kann.“
Das sagte Professor Stefano Zamagni (Bologna) vergangene Woche bei einem Kongress in Rom.* Unter dem Thema „Ein neuer Humanismus für Europa. Die Rolle der Universität“ berieten über 2000 Professoren, EU-Abgeordnete, hochrangige Kirchenvertreter und Hochschulseelsorger aus ganz Europa vier Tage lang die Rolle der Universitäten im vereinten Europa. Aus den unzähligen Vorträgen ist mir dieser Satz hängen geblieben. Die Hochschule ist kein Supermarkt des Wissens. Was ist verkehrt daran, sich an einer Hochschule mit dem Fachwissen zu versorgen, das einen zum Spezialisten macht? Gar nichts, solange der, der sich mit Fachwissen versorgt, mehr ist als ein Spezialist, nämlich eine menschliche Person. Ein Mensch also, der nach dem Wahren, Schönen und Guten strebt. Ein Mensch, der existentielle Fragen stellt. Ein Mensch, der über das Sichtbare hinaus fragt. Und der unabhängig von seinem Wissen und Leisten eine unverbrüchliche Würde hat. Diesem Mehrwert wollte der besagte Kongress seine Stimme leihen. „Die Universität muss wieder zu einem Ort der Bildung werden, welche den Menschen zur Person formt“, forderte Professor Zamagni in seiner Abschlussrede. Auch wenn die Hochschulen in Reutlingen keine Universität nach Humboldtschem Modell sind, die sich dem kompletten Fächerkanon verpflichtet weiß, so ist es dennoch wünschenswert, dass sie die Person, die Persönlichkeit ihrer Studierenden zu entfalten hilft, indem sie diese nicht nur fachlich bildet, sondern auch menschlich. Aus meiner Erfahrung in der Hochschulgemeinde bin ich sicher, dass sie dies nicht nur, aber vorrangig dort tut, wo sie Sozialkompetenz vermittelt. Wenn ich etwa im Do-it!-Programm erlebe, dass Studierende im Umgang mit alten und behinderten Menschen Lebensqualität neu definieren oder die Grenzen des Machbaren kennen lernen – und merken, dass sich mit ihnen leben lässt – dann bin ich sicher, dass die Studienzeit Menschen zu Personen formen hilft. Ich freue mich, dass die Reutlingen University so viel Wert auf diese Kompetenzen legt! Und ich freue mich, dass wir als Hochschulgemeinde mit Do it!, Workshops, Seminaren und Beratungsgesprächen einen wichtigen Beitrag leisten. * Eingeladen zu dem Kongress „Ein neuer Humanismus für Europa. Die Rolle der Universität“ unter der Schirmherrschaft des italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano hatten der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und das römische Referat für Hochschulpastoral vom 21. bis 24. Juni 2007. Das Foto zeigt die Abschlussveranstaltung in der Aula der Lateranuniversität. Cäcilia Branz, khg@ekhg.de Hast du eine Idee zu einem neuen aktuellen Thema? Mail uns!
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