|
Fehler machen erfolgreich
...was dabei herausgekommen ist, wissen wir alle: Eine Erfolgsstory - auf Umwegen. Denn die erste Idee, den missratenen Klebstoff, der nicht wirklich klebte, für ablösbare Notizen zu nutzen, wurde nochmals ein Misserfolg; die mit dem Kleber überzogene Pinwand verkaufte sich einfach nicht. Erst als ein Dirigent sich über die ständig aus seinen Notenblättern rieselnden Notizzettel ärgerte und sich des seltsamen Klebstoffs erinnerte, kam der Welterfolg ins Rollen.
In einzelnen japanischen und US-amerikanischen Unternehmen tönt es anders: Fehler auf den Tisch! Denn sie zeigen den Weg zum Neuen. Versteckt Fehler nicht, sondern analysiert sie und macht sie zum Ausgangspunkt weiterer Entwicklung! Wer Fehler machen darf, wagt sich leichter an Unbekanntes, auch an Schwieriges heran. Solche Ansätze gibt es auch in der Pädagogik. Schüler oder Studentinnen bekommen nicht einfach Lernstoff eingepaukt, sondern erarbeiten sich Themen selbst. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern ist nicht mit Laxheit zu verwechseln. In manchen Bereichen ist Fehlerfreiheit oberstes Gebot. Aber auch dort, wo Fehler nützlich sind, kommt es darauf an, Verantwortung für sie zu übernehmen, mit ihnen zu arbeiten – so lange bis die Sache funktioniert, bis der Lernstoff verstanden ist. Die Frage, welche Haltung ich gegenüber Fehlern einnehme, ist existentiell. Wenn ich keinen Fehler machen darf, darf ich – als imperfekter Mensch – nicht existieren. Ganz schnell wird da aus dem Menschen, der Fehler macht, ein Mensch, der Fehler hat. Wenn ich mich als unvollkommenen Menschen akzeptiere, dann sind Fehler und Entwicklung erlaubt.
„Es wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.“ (Lukasevangelium 15,7) Cäcilia Branz, khg@ekhg.de Hast du eine Idee zu einem neuen aktuellen Thema? Mail uns!
|
|
||||
© 2004 by Hochschulgemeinde Reutlingen |
|||||