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In die Natur lauschen Mittagspause. Mensa. Ich stehe im Trubel am EineWeltWaren-Stand. "Genießt ihr das schöne Herbstlaub auch so?" Spontane Frage einer Studentin. Verblüffung. Was für eine Frage zwischen Seminar und Mittagessen und Lerngruppe!
Ich freue mich über diese Frage, weil mich die bunten Herbstblätter auch faszinieren. Da richtet man sich langsam auf den Winter ein, auf die dunkle Zeit: bei Lampenlicht aufstehen, bei Dunkelheit heimkommen, Regen, nasskalt, und kahle Bäume wie schwarze Gerippe. Aber unmittelbar bevor uns das zugemutet wird, zündet die Natur noch ein Feuerwerk, eine Farbenexplosion gigantischen Ausmaßes (wenn man mal so auf die Schwäbische Alb rausschaut).
Völlig sinnlos, ganz umsonst, kostenlos, für alle. Man muss auch nicht extra hingehen. Sie sind überall, die gelben, roten, gemusterten Blätter: an der Straße, auf dem Campus, beim Pennymarkt.
Und jedes Jahr rätsle ich über ihre Botschaft: Geht es nur um einen biochemischen Prozess? Oder ist es ein überschwänglicher Einfall eines Gottes, der Farben und Fantasie liebt? Oder ist es eine Verheißung, dass mehr ist als Alltag und Tristesse? Oder gar dass im Sterben eine Fülle von Leben verborgen liegt?
Wie ist das bei Euch/Ihnen - lauscht Ihr / lauschen Sie auch der Botschaft der leuchtenden Blätter nach? Cäcilia Branz, ekhg, khg@ekhg.de Hast du eine Idee zu einem neuen aktuellen Thema? Mail uns!
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