Aktuell? Was ist gerade aktuell?

Semesterbeginn oder Islam-Diskussion? Für uns als kirchliche Hochschulgemeinde hängt das zusammen. Das problematische Papst-Zitat, die Absetzung der Mozartoper fachen die Diskussion an, wie die Kirchen sich verhalten (sollen): Wie hoch halten wir unsere christliche Flagge? Wie religiös wagen wir uns zu geben?

Ich denke, diese Fragen gehen auch jeden einzelnen Christen an: Wie bekennst du dich als Christ? Wie zeigst du als Christin Gesicht?

Diese Frage müssen auch wir als Hochschulgemeinde uns gefallen lassen. Sie wird uns sogar oft von anderen Kirchenleuten gestellt: "Ihr macht ja tolle Sachen im Bereich Sozialkompetenz. Aber ist das eigentlich euer Auftrag? Wo bleiben denn die religiösen Angebote?"

Hinter all diesen Fragen verbirgt sich die Frage nach unserem christlichen, muslimischen, buddhistischen, … Menschen- und Gottesbild.
Wir als Hochschulgemeinde bekennen uns zu einem Gott, der den Menschen mit der Freiheit erschaffen hat, sich zu Gott oder gegen Gott zu stellen.
Wir bekennen uns zu einem Gott, dessen erklärtes Ziel es ist, dass die Menschen lange leben und es ihnen gut geht (Dtn 5, 16).
Wir bekennen uns zu einem Gott, der sich den Menschen zuwendet.
Das heißt für unsere Arbeit als Kirche an der Hochschule auch in diesem Wintersemester: Uns ist jede/r willkommen, gläubig oder atheistisch oder zweifelnd oder suchend. Unser Auftrag ist nicht, jemanden um des Christentums willen zu bekehren. Unsere Aufgabe ist, dazu beizutragen, dass alle an der Hochschule gut leben können. Dass jedem und jeder sein/ihr Leben möglichst gut gelingt. Die Zu-Wendung Gottes zum Menschen wollen wir so erlebbar machen.
Deshalb fragen wir uns und Sie/Dich: Was nutzt Ihnen/Dir in Ihrem Job / in Deinem Studium an der Hochschule? Was brauchen Sie? Was fehlt Dir?
Deshalb machen wir Angebote im Bereich zwischenmenschlicher Kompetenz genauso wie im religiösen Bereich und im Bereich persönliche Entwicklung.
Deshalb steuern wir zum Hochschulprogramm Diskussionen mit gesellschaftlichen und ethischen Inhalten bei und bieten gleichzeitig ganz persönliche Beratungsgespräche an.

Nicht so sehr, indem wir katholische und evangelische Glaubenssätze platzieren, sondern indem wir fragen: „Was brauchen die Menschen hier an der Hochschule? Was können wir da bieten?“, halten wir die Flagge unseres Gottes hoch, der sich den Menschen zuwendet und der will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben (Joh 10, 10).

Cäcilia Branz, khg@ekhg.de

 

 
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